

Es gibt viele Krankheiten die
eine Katze bekommen kann. Gegen viele Krankheiten kann man seine Katze mit einer
Impfung schützen.
IMPFUNGEN
SIND WICHTIG !!!
Damit die Impfung wirksam
ist, muss die Katze Antikörper bilden. Daher darf die Katze nur geimpft werden,
wenn sie rechtzeitig entwurmt wurde und gesund ist. Eine vorherige gründliche
Untersuchung vom Tierarzt ist ratsam.
Katzenseuche
(Infektiöse Panleukopenie)
Diese sehr ansteckende
Viruserkrankung äußert sich durch Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall,
Erbrechen, Fieber und hohe Sterblichkeit bei jungen Katzen.
Sie wird nicht nur von Tier
zu Tier übertragen, sondern auch über Zwischenträger, auch über Hände und
Schuhe. Die Behandlung hat nur im frühen Stadium der Krankheit Erfolg, die
Impfung ist eine wirksame Vorbeugung gegen diese Krankheit.
Katzenschnupfen
(Rhinitis)
Diese Krankheit äußert sich
durch Niesen, Husten und Fieber, im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu
starkem Speichelfluss, Mattigkeit, Entzündungen der Maulhöhle & Rachenraum,
Futterverweigerung kommen.
Wird der Schnupfen nicht
behandelt, so verschlimmert er sich, es kann zu eitrigen- blutigen Ausflüssen
aus der Nase und zu tränenden Augen, sowie zu einer Lungenentzündung kommen.
Schnupfen wird durch
verschiedene Viren und Bakterien verursacht, daher kann eine Impfung nicht gegen
alle Erreger schützen. Die Impfung kann jedoch den Verlauf mildern und
Komplikationen dieser Krankheit vorbeugen.
Katzenleukose
(FeLV)
Das Leukosevirus schwächt die
körpereigene Abwehr der Katze.
Das Virus kann Tumore sowie
Störungen der Blutzellbildung (Blutarmut) verursachen.
Der Zeitraum zwischen
Infektion und Ausbruch der typischen Krankheitssymptome (Inkubationszeit) kann
mehrere Jahre dauern.
Katzen infizieren sich durch
den Kontakt mit Virusträgern, bei denen die Krankheit aber nicht unbedingt
ausbrechen muss.
Die Analyse eines Tropfen
Blut ermöglicht dem Tierarzt festzustellen, ob sich die Katze infiziert hat.
Infizierte Katzen sollte man unbedingt getrennt von gesunden Katzen halten. Eine
Impfung schützt vor dieser Krankheit.
"Katzen- Aids" oder FIV
(Felines Immundefizienz - Virus)
Dieses Virus verursacht bei
Katzen eine Immunschwäche.
Das Tier leidet unter Fieber,
Appetit und Gewichtsverlust ,es kann zu Entzündungen im Maulhöhlenbereich und zu
Zahnfleischentzündungen kommen.
Auch können bei der Katze
Hautkrankheiten und Abszesse auftreten. Der Virus ist mit dem HIV Virus des
Menschen vergleichbar- der Erreger gehört zwar der gleichen Virusgruppe an, doch
es steht fest das der Virus nicht auf Menschen übertragbar ist.
Die Infektion der Katze
geschieht durch Bisse anderer bereits infizierter Tiere. Der Zeitraum zwischen
Infektion und Ausbruch der Krankheit ist lang. Trotz intensiver Forschung ist es
bisher nicht gelungen, eine wirksame Behandlung oder vorbeugende Impfung gegen
diese Krankheit zu entwickeln.
FIP - Infektiöse Bauchfellentzündung
(Feline Infektiöse Peritonitis)
Übertragung durch den
Coronavirus, wobei der eigentliche Übertragungsweg noch nicht eindeutig
nachgewiesen wurde. Die Krankheit ist heimtückisch und kommt schleichend mit
vielen Symptomen. Neben Appetitlosigkeit, Erschöpfung, Abmagerung ist eine
Zunahme des Bauchumfanges typisch, die aufgrund von entzündlichen Prozessen und Flüssikeitsansammlungen in der Bauchhöhle entsteht. Trotz intensiver Forschung,
gibt weder einen zuverlässigen Test, noch eine sichere Impfung.

Es gibt Krankheiten die von
der Katze auf den Menschen übertragen werden können, dazu zählen:
Tollwut
ist eine Viruserkrankung, die
man an der Beeinträchtigung des Nervensystems erkennt (Verhaltensauffälligkeit,
Aggressivität, Schluckbeschwerden usw.)
Sie ist unheilbar und führt
zum Tod, deswegen muss jede Katze die ins Freie darf, dagegen geimpft werden.
Toxoplasmose
Sie ist für Frauen während
einer Schwangerschaft gefährlich ,da das ungeborene Kind schwere Schäden am
Gehirn und an den Augen davon tragen kann. Man sollte deshalb gleich zu Beginn
einer Schwangerschaft den Arzt auf die Katzenhaltung hinweisen. So kann er das
Blut auf Toxoplasmose untersuchen lassen.
Keine Sorge- stellt man eine
Schwangerschaft fest, so ist das kein Grund seine Katze wegzugeben!
Wenn der Tierarzt bei der
Untersuchung auf Toxoplasmose nichts festgestellt hat, sollte man während der
Schwangerschaft nicht allzu nahen Körperkontakt zu seiner Katze halten und das
Katzenklo von jemandem anderen sauber machen lassen.
Mikrosporie
Diese Krankheit wird durch
einen Hautpilz verursacht und äußert sich in Haarausfall und Juckreiz.
Beim Menschen macht sie sich
durch rot eingerahmte Hautverletzungen bemerkbar, die mit starkem Juckreiz
verbunden sind.
Diese Krankheit muss beim
Tierarzt behandelt werden. gegen eine Wideransteckung sollte man das
Katzenkörbchen, den Kamm und ihre Bürste, das Spielzeug und alles womit die
Katze noch Kontakt hatte, immer wieder desinfizieren. Manchmal müssen die Sachen
auch ganz beseitigt werden.
Spulwürmer
Dagegen schützt eine
regelmäßige Entwurmung, am besten zweimal im Jahr: einmal im Frühjahr und einmal
im Herbst.
Flöhe
,Milben,
Zecken
Hat die Katze noch keine
Flöhe sollte man ihr ein Ungezieferhalsband anlegen, es schützt vor dem Befall.
Man sollte darauf achten das
das Halsband sich öffnen lässt, falls die Katze irgendwo hängen bleibt. Denn
sonst besteht die Gefahr das die Katze sich selbst stranguliert.
Im Handel gibt es solche
Halsbänder, sollte die Katze mal hängen bleiben geht durch Ziehen das Halsband
auf. Man kann sich auch bei seinem Zoohändler beraten und zeigen lassen, wie so
ein Halsband funktioniert.
Ist die Katze von Flöhen
befallen, wird sie mit Puder und Waschlotion behandelt, die man in der Apotheke
oder beim Tierarzt bekommt. Die Teppiche sollten gründlich gesaugt werden, vor
allem an den Fugen und in den Ritzen, dort können Flöhe bis zu 4 Monate
überleben.
Bei Milbenbefall alle
Lieblinksorte der Katze und wo sie sich sonst noch aufhält - ihr Körbchen, das
Bett, das Sofa und andere Plätze gründlich desinfizieren.
Ist die Katze von einer Zecke
befallen, kann man sie mit einer Zeckenzange entfernen, indem man sie mit der
Zange im Uhrzeigersinn aus der Haut dreht.
Solche Zeckenzangen gibt es
in der Apotheke. Man kann die Zecke auch mit Öl betupfen und wenn die Zecke
loslässt sie mit einer Pinzette herausziehen.
Davon rate ich aber ab, weil
es Probleme geben kann, wenn der Zeckenkopf stecken bleibt. Es kann dann zu
einer schlimmen Entzündung kommen.

Krankheitsanzeichen
Obwohl Katzen sehr
widerstandsfähige Tiere sind, passiert es durchaus das sie auch einmal krank
werden. Es gibt mehrere Anzeichen dafür, das die Katze sich nicht wohl fühlt:
Wenn die Katze über längere Zeit lustlos wirkt - obwohl sie sonst immer aktiv
war und weder schmusen noch spielen möchte.
Wenn die Katze wenig oder gar nichts frisst, kaum Wasser trinkt oder zuviel
Wasser trinkt.
Wenn die Nase der Katze über längere Zeit trocken- sehr warm ist, die Katze sich
von einem zurückzieht und versteckte Plätze aufsucht.
Wenn die Katze niest, ihre Augen tränen, Ausfluss aus der Nase tritt und sie
hohe Temperatur hat (die normale Temperatur beträgt etwa 38,5 bis 39 Grad).
Wenn sich die Katze häufiger als sonst erbricht und unter Durchfall leidet.
Wenn sie faucht wenn man sie hochheben will
Wenn die Katze kahle Stellen in ihrem Fell hat, das Fell struppig ist.
Wenn die Katze sich so verhält oder man solche Anzeichen bei ihr entdeckt, so
sollte man sofort zum Tierarzt gehen. Wir raten davon ab, selbst an der Katze
herumzudoktern!
Wenn man Anzeichen für eine beginnende Krankheit bei seiner Katze entdeckt, ist
Fiebermessen, Pulsmessen und die Kontrolle der Atemzüge ein wichtiger Hinweis
darauf.
Das
Fiebermessen
Die normale Temperatur bei
Katzen beträgt 38 bis 39 Grad. Katzenwelpen und trächtige Katzen können eine
höhere Temperatur haben.
Man sollte nie Fiebermessen
nach dem die Katze gegessen hat und auch nicht nach körperlichen Anstrengungen,
denn da kann die Temperatur etwas ansteigen.
Am besten verwendet man ein
unzerbrechliches Fieberthermometer, man fettet es es ein und bittet eine
Hilfsperson die Katze festzuhalten. Man hält den Schwanz der Katze hoch und
führt das Thermometer möglichst tief in den After ein- bitte nicht tiefer als
2cm! Während des Fibermessens hält man die Katze gut fest und redet beruhigend
mit ihr.
Nach 60 Sekunden kann man das
Thermometer entfernen und man kann ablesen ob die Katze Fieber hat.
Den Puls der Katze zählen
Der Puls der Katze wird an
der großen Oberschenkelarterie gemessen. Am besten fühlt man den Puls indem man
mit der Hand die Oberschenkelinnenseite befühlt und die Katze so lange dort
streichelt bis man den Puls gefunden hat. Der Puls einer Katze schlägt im
Normalfall 110 bis 140 mal in der Minute.
Es gibt aber noch eine andere
Methode: Man zählt die Herzschläge der Katze indem man seine Hand auf die Brust
der Katze unter das linke Ellbogengelenk legt.
Nun verschiebt man seine Hand
solange bis man den Herzschlag spürt. Man zählt die Schläge 20 Sekunden lang und
multipliziert sie dann mit drei.
Wenn man zum Beispiel in den
20 Sekunden 40 Schläge gezählt hat, hat die Katze einen Pulsschlag von 120 in
der Minute.
Die Atemzüge der Katze zählen
Man beobachtet den Brustkorb
seiner Katze und zählt wie oft sich der Brustkorb in diesen 20 Sekunden hebt.
Vorsicht: man zählt nur das
Heben und nicht das Senken des Brustkorbes. Das Ergebnis rechnet man mal drei.
gesunde Katzen machen 20 bis 30 Atemzüge in der Minute.
Cardiomyopathien / Herzerkrankungen
Herzkrankheiten bei Katzen
wurden erstmals in den 80er Jahren festgestellt ... folgende Herzerkrankungen
(Cardiomyopathien) sind bisher bekannt :
1. DCM >>> dilatative Cardiomyopathie
2. RCM
>>> restriktive Cardiomyopathie
3. HCM >>> hypertrophe Cardiomyopathie
4. ICM >>> intermediäre Cardiomyopathie
DCM
Bei
DCM sind die Herzkammern
und Vorhöfe ausgeweitet, der Herzmuskel ausgedünnt.
Vor allem Siamesen, Burma und
Abessinier sollen betroffen sein (noch nicht wissenschaftlich erwiesen), wobei
die Krankheit in jeder Altersklasse beobachtet wird.
DCM wird aber vor allem bei
jungen Tieren gefunden. Wird eine DCM nachgewiesen, bleiben dem Tier im
Normalfall nur noch wenige Monate.
RCM
Die
RCM entsteht durch
Narbengewebe im / am Herz.
Es wird vermutet, dass
RCM
durch entzündliche Prozesse entsteht. Die Prognose ist sehr schlecht, betroffene
Tiere entwickeln meist innerhalb 3-6 Wochen massive Herzbeschwerden und
sterben.
ICM
Unter
ICM
werden Herzerkrankungen zusammen gefasst, die nicht definitiv als
HCM,
DCM oder
RCM
diagnostiziert werden können.
HCM
Bei der
HCM
sind die Herzkammerwände verdickt.
Die Vererblichkeit der
HCM
wurde auch bei Katzen untersucht und nachgewiesen. Hauptsächlich soll die
Europäische Kurzhaarkatze - also die Hauskatze betroffen sein.
Eine Rassedispositionen gibt
es außerdem für Maine Coon, Perser,
BKH und Norwegische Waldkatze. Es fiel eine
Geschlechtsdisposition auf - ca. 65%-85% der erkrankten Tiere sind männlich.
Die Diagnose kann anhand
der Herztöne, einer Messung der Herzschlagzahl, durch eine Röntgenuntersuchung
oder durch ein EKG gestellt werden. Das beste Diagnostik erfolgt durch eine
Farbdopplier-Ultraschalluntersuchung - hierbei kann das Herz sehr genau
vermessen werden. Die Hinterwand der Herzkammer ist im Normalfall 5 mm dick,
eine Dicke von 6 mm kann bereits auf eine
HCM
hinweisen.
Ist ein Tier
"HCM positiv"
getestet, ist es sehr wichtig, Faktoren auszuschließen, die HCM-ähnliche
Symptome verursachen. (Schilddrüsenüberfunktion, Wachstumshormonstörungen,
Bluthochdruck)
Die Prognose bei
HCM
betroffenen Tieren mit entsprechender Medikation und leichter HCM : ca. 5 bis 6
Jahre, in schweren Fällen wenige Monate. Durch das testen auf
HCM reduzieren wir
das Risiko mit Katzen zu züchten die das Gen tragen, leider gibt es zwar keine
100% ige Sicherheit, aber es ist ein kleiner Anfang, womit wir versuchen den
Kampf gegen diese Krankheit anzusagen. Hoffen wir gemeinsam das die Forschung
bald neue Erkenntnisse zeigt.

HCM (HYPERTROPHE CARDIOMYOPATHIE):
Cardiomyopathien sind
krankhafte Veränderungen des Herzmuskels, die die Pumpleistung des Herzens
beeinträchtigen. In fortgeschrittenem Stadium führen diese Veränderungen zu
tödlicher Erkrankung des Tieres oder zum plötzlichen Tod durch allgemeines
Herzversagen oder Thrombosen. Sobald äußere Symptome auftreten, ist es
erfahrungsgemäß bereits zu spät, um die Lebensqualität und Lebensdauer der
erkrankten Katze noch entscheidend zu beeinflussen. Die Lebenserwartung liegt
dann noch bei einem halben Jahr oder deutlich darunter. Schätzungen gehen davon
aus, dass 10-15 % unserer Katzen von Cardiomyopathien betroffen sind.
SYMPTOME UND ENTSTEHUNG:
Unabhängig von der Ursache
haben alle Formen der Cardiomyopathie die gleichen Symptome: Atemnot,
Appetitlosigkeit, Flüssigkeitsansammlungen in Brustkorb oder Lungen. Auch
Bewegungsunlust oder Lähmungen können als Folge verringerter Durchblutung oder
der schon erwähnten Thrombosen auftreten.
Obwohl die Symptome generell
eine Folge der verminderten Herzleistung sind, müssen zwei verschiedene Formen
unterschieden werden.
Bei der dilatative
Cardiomyopathie (DCM) ist der Herzmuskel dünner und schlaffer als normal, was
die unzureichende Pumpleistung verursacht. Als Ursache gelten altersbedingte
Herzklappenfehler sowie Taurinmangel, der beim heutigen Futterangebot eigentlich
nicht mehr auftreten dürfte.
Die hypertrophe Cardiomyopathie (HCM) hingegen ist durch eine zu dicke Herzwand gekennzeichnet.
Hier ist also nicht die Pumpleistung, sondern das geringere Volumen der
Herzkammer das primäre Problem. Bei erkrankten Katzen wurden schon
Herzwandstärken von 11 mm gemessen; das ist etwa das Doppelte dessen, was
maximal als normal anzusehen ist. Das Wichtigste ist jedoch die Tatsache, dass
HCM in den meisten Fällen ererbt ist. Es gibt einige wenige Grunderkrankungen,
die zu den gleichen Symptomen führen: Aortenverengung, Bluthochdruck,
Schilddrüsenüberfunktion und Akromegalie. Die hierdurch entstehende HCM führt
auf Dauer jedoch zu DCM, d.h. zu einer Erschlaffung des Herzmuskels. Sind die
hier aufgeführten Erkrankungen durch entsprechende Untersuchungen
ausgeschlossen, ist von einer erblich bedingten Ursache auszugehen.
GENETIK:
Zunächst das Erfreuliche: HCM
ist autosomal dominant erblich, d.h. es gibt keinen rezessiven Erbgang, der,
über Generationen unbemerkt, plötzlich für böse Überraschungen sorgt, und auch
keine geschlechtsgebundene Vererbung. Ein Tier ohne Befund ist gesund und nicht
Träger der Krankheit; ein erkranktes Tier hat mindestens einen Elternteil, der
Symptome aufweist, und vererbt die Krankheit.
Das ist leider nur die reine
Lehre und deshalb wird es jetzt etwas komplizierter. Beim Menschen wurden bisher
über 100 Mutationen von 7 Genen gefunden, die für HCM verantwortlich sind. Diese
Mutationen verändern die Proteinstruktur der Muskelfasern des Herzens, was die
Verdickung der Herzwand verursacht. Der Wirkungsgrad dieser Mutationen auf das
Krankheitsbild ist unterschiedlich. Die Krankheit tritt zwar immer auf, wenn sie
genetisch vorhanden ist (vollständige Penetranz), die jeweiligen Mutationen
beeinflussen aber die Ausprägung und den Verlauf (variable Expressivität).
Alle bisherigen Forschungen
legen den Schluss nahe, dass diese Erkenntnisse auch für unsere Katzen gelten,
auch wenn hier die betroffenen Gene noch nicht nachgewiesen wurden. Aus den
bisher über HCM bei Katzen durchgeführten Studien ergibt sich kein Hinweis, dass
ein erkranktes Tier zwei gesunde Elternteile haben könnte, d.h. der Erbgang ist
auch bei den Katzen dominant bei vollständiger Penetranz.
Bei der Verpaarung von
Katzen, die beide von HCM betroffen sind, kommt ca. ein Drittel der Kätzchen tot
zur Welt, die überlebenden Tiere entwickeln die Krankheit häufiger, früher und
stärker als Tiere, bei denen nur ein Elternteil betroffen ist.
DIAGNOSE:
Die einzige sichere
Diagnosemöglichkeit ist derzeit eine Ultraschalluntersuchung, dabei kann HCM
auch schon vor dem Auftreten von Symptomen nachgewiesen werden. Bei
Routineuntersuchungen bemerkte Herzgeräusche können ein Hinweis auf das
Vorliegen von HCM sein, ersetzen aber nicht den Ultraschall.
Da die Erkrankung bei der
Geburt meistens nicht präsent ist, sondern sich erst im Lauf der Zeit
entwickelt, liegt der Zeitraum für eine sichere Diagnose zwischen ein und fünf
Jahren. Das ist zwar eine große Zeitspanne, erklärt sich aber aus den obigen
Ausführungen zur Genetik von HCM. Außerdem gibt es noch rassespezifische
Variationen, so entwickeln betroffene Maine Coon-Kater HCM zwischen 2 und 2,5
Jahren, Maine Coon-Katzen mit 3 Jahren oder darüber, andere Rassen erkranken
deutlich früher. Die Ursachen hierfür sind unerforscht.
BEHANDLUNG UND PROPHYLAXE:
Eine Behandlung, die
Lebenschancen und Lebensqualität deutlich verbessert, gibt es nicht. Zur
Linderung der Beschwerden können Medikamente verabreicht werden, die die
Herzfrequenz vermindern, sowie Aspirin als Thromboseprophylaxe. Diese Maßnahmen
sind der Humanmedizin entlehnt, einen Nachweis der Wirksamkeit aus der
Tiermedizin gibt es meines Wissens (noch) nicht. Die Aspirinbehandlung muss
unter strikter tierärztlicher Kontrolle erfolgen, eine unkontrollierte
Behandlung durch die Halter kann für das Tier tödlich enden.
Angesichts dieses düsteren
Szenarios bleibt eigentlich nur eine konsequente Prophylaxe, auch wenn diese
zwangsläufig nur auf einen sehr kleinen Kreis unserer Katzen beschränkt bleibt,
schließlich stammen die meisten Stubentiger nach wie vor aus ungeplanten,
unkontrollierten Verpaarungen. Andererseits ist aber der Anteil der Rassekatzen
stetig im Wachsen begriffen, so dass den Züchtern schon deshalb eine besondere
Verantwortung zukommt.
Erste Maßnahme ist natürlich
der Ausschluss von Tieren mit HCM aus der Zucht. Dieses scheinbar so leichte
Unterfangen wird allerdings erschwert durch die lange Zeitspanne, innerhalb
derer HCM auftreten kann. Oft genug waren scheinbar gesunde Tiere jahrelang in
der Zucht, bevor die Krankheit in Erscheinung trat. In solchen Fällen muss ein
verantwortungsbewusster Züchter versuchen, die Besitzer seines Nachwuchses zu
informieren und zu einer Untersuchung zu veranlassen. Das gilt um so mehr, wenn
"verdächtige" Tiere an andere Züchter verkauft wurden. Auch wenn immer wieder
totgeborene oder früh verstorbene Kätzchen zu beklagen sind, kann HCM im Spiel
sein, ebenso, wenn Tiere im "besten Alter" bei Stress oder Anstrengung
kollabieren oder gar sterben. Auch wenn HCM rückwirkend ganze Zuchtprogramme
zunichte machen kann, ist der offene und ehrliche Umgang mit dem Problem der
einzige Weg. Dazu gehört auch der Blick zurück, wenn sich plötzlich
herausstellt, dass ein Urahn des wertvollen Zuchtkaters HCM-Träger ist. Sind
dann noch Verwandte dieses Katers früh und unter ungeklärten Umständen
gestorben, ist Vorsicht und somit eine Untersuchung angesagt.
Eine nicht minder wichtige
Rolle kommt aber auch den Tierärzten zu. Bei Forschern und Züchtern wird derzeit
davon ausgegangen, dass das wahre Ausmaß von HCM gar nicht bekannt ist. Dem
liegt die Annahme zugrunde, dass bei Todesfällen z.B. im Zusammenhang mit
Routineoperationen selten nach der Ursache gesucht wird. Für den Besitzer ist es
ein Unglück, eine Obduktion wird nicht in Betracht gezogen. Die Folge ist, dass
Züchter, wenn sie überhaupt vom Tod eines Kätzchens erfahren, die Todesursache
nicht kennen, folglich auch keine Konsequenzen ziehen können. Hier können
Tierärzte durch Aufklärung eine Mittlerrolle spielen und die Bemühungen
verantwortungsbewusster Züchter unterstützen.
Nicht zuletzt ist dies aber
auch ein Appell an die Katzenbesitzer, den Tod einer Katze nicht auf sich
beruhen zu lassen. Natürlich ist es schwer, nach dem Verlust eines Tieres und
meist teurer Behandlung, sich auch noch für die Obduktion zu entscheiden. Aber
die Züchter sind auf diese Informationen angewiesen, wenn sie gesunde, vitale
Tiere züchten wollen. Dies gilt im übrigen nicht nur für die hier geschilderte
Problematik.

PKD
(POLYCYSTIC KIDNEY DISEASE):
WESEN
DER PKD
Der Betriff PKD (Polycystic
Kidney Disease) stammt aus dem Anglo-Amerikanischen und beschreibt eine
Krankheit, bei der zahlreiche Zysten, also mit wässrigem Inhalt gefüllte Räume,
in der Niere auftreten. In der Regel sind beide Nieren betroffen. Durch die enge
Bindung der Perserkatzenzüchter an Amerika wurde dieser Begriff "eingedeutscht"
übernommen. Hier ist die Erkrankung den Tierärzten meist unter der Bezeichnung
"Polyzystisches Syndrom" bekannt. Diese Ausdrucksweise kommt dem Wesen der
Erkrankung näher, da die Zysten neben der Niere, in der sie am häufigsten
auftreten, auch bei ca. 8 % der Katzen in der Leber gefunden werden, selten in
der Milz, der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), dem Eierstock (Ovar), der
Gebärmutter (Uterus) oder der Lunge. Außerdem sind zusätzliche gewebige
Veränderungen in den Nieren und den Lebern betroffener Tiere mikroskopisch
(histologisch) nachweisbar. Die Zysten liegen bereits bei den Neugeborenen vor,
sind aber noch sehr klein. Ab der 8. Lebenswoche können sie mit Ultraschall
gesehen werden. In den folgenden Lebensmonaten werden diese
Flüssigkeitsgefüllten Räume größer, insbesondere während der Wachstumsphase der
Welpen. Die Zysten können sich in der Nierenrinde (außen) und/oder im Nierenmark
(innen) sowie in der Übergangszone befinden. Als Ursache wurde ein vermehrtes
Wachstum von Oberflächenzellen (Epithelprofileration) von Eaton und Mitarbeitern
(1997) festgestellt. Sie fanden außerdem bei den meisten Tieren mit Nierenzysten
eine gleichzeitige Nierenentzündung (interstitielle Nephritis) und Vermehrung
des Bindegewebes (Fibrose). Ein Zusammenhang zwischen den Zysten und dem durch
sie ausgeübten Druck auf das umgebende Nierengewebe und die Entzündungsherde
konnte nicht nachgewiesen werden, da auch zystenfreie Teile der Niere entzündet
waren. Andererseits konnte die Umgebung sogar von großen Zysten völlig
unverändert sein. Viele der Zysten waren so klein, dass sie nur mit dem
Mikroskop zu sehen waren. (Aus: "Katzen extra" 7/99)

Abb. 1: Hochgradiger
Zystenbefund in der Niere, Perserkatze, männlich, kastriert, 14 Jahre
Abb. 2: Hochgradiger
Zystenbefund in der Leber, Perserkatze, männlich, kastriert, 16 Jahre
Abb. 3: Höchstgradiger
Zystenbefund in der Niere (Endstadium), Perserkatze, weiblich, 3 Jahre

WAS IST PKD UND WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT DIESE
KRANKHEIT?
Polycystic Kidney Disease
(vielfache Nierenzysten-Krankheit) ist eine Erbkrankheit, die bei Katzen vor
rund 20 Jahren in den USA entdeckt wurde. Gegen diese Krankheit gibt es keine
Medikamente. Die Zysten lassen das umgebende Nierengewebe verkümmern. PKD kann
bereits im Alter von 8 Wochen diagnostiziert werden. Ultraschalluntersuchungen
ab 10 Monaten ergeben eine 98 %ige Sicherheit, eine andere Möglichkeit zur
Feststellung von PKD gibt es zur Zeit nicht. Die Krankheit tritt meist zwischen
dem 3. und 10. Lebensjahr auf. Die Nieren vergrößern sich durch die Vermehrung
und das Wachstum der Zysten. Die Nierenfunktion wird beeinträchtigt. Im
Endstadium der Krankheit sieht die Katzenniere wie ein Schwamm aus. Sie kann
nicht mehr arbeiten und das Ende bedeutet Nierenversagen. Die Krankheit verläuft
immer tödlich. Neuere Untersuchungen belegen, daß auch in Deutschland je nach
Rasse bis über 40 % der untersuchten Tiere von PKD betroffen sind.
PKD ist eine autosomale
dominant vererbte Krankheit, d.h. jedes PKD-positive Zuchttier bringt auch bei
der Verpaarung mit einem gesunden Elternteil 50 % PKD-kranke Jungtiere. Sind
dagegen beide Elterntiere PKD-positiv, werden alle Nachkommen ebenfalls zu 100 %
an Polycystic Kidney Disease erkranken.

Normale Katzenniere

Niere einer 6 Wo. alten Katze mit PKD

Niere einer erw. Katze im Endstadium

HD
(HÜFTGELENKSDYSPLASIE):
WAS IST
ES WIRKLICH?
Hüftgelenksdysplasie ist ein
verhältnismäßig allgemeines Leiden bei Hunden, aber bis vor kurzem fast ungehört
in der Katzenwelt. Es ist ein Defekt des Hüftgelenks, meistens spezifisch ein
Fehlen des Kopfstücks des Oberschenkelknochens (oberer Schenkelknochen) um genau
in die Beckenpfanne, genannt Acetabulum, zu passen. Wenn der Abstand nicht eng
genug ist, reiben die beiden Flächen übermäßig gegeneinander, verursachen
Schmerzen und am Ende Osteoarthritis (akute/chronische
Knochengelenksentzündung). Wenn die Muskeln keine ausreichende Kraft haben, den
Abstand zwischen dem Acetabulum und dem Kopfstück des Oberschenkelknochens
beizubehalten, wird Dysplasie auftreten.
WANN BEMERKE ICH DAS PROBLEM BEI MEINER KATZE?
Hüftgelenksdysplasie ist
nicht ab Geburt augenscheinlich, da alle Jungtiere mit normalen Hüfgelenken
geboren werden. Das Gelenk besteht aus drei einzelnen Knochen, verbunden mit
Knorpel. Wenn das Jungtier heranreift, wird der Knorpel allmählich durch Knochen
ersetzt, bis ein festes Gelenk geformt ist. Wenn das Jungtier in der Zeit des
Stillens beginnt, sich herumzubewegen und schließlich zu spielen, wird das
Gewicht die Muskeln, die versuchen den Oberschenkelknochen eng in der
Beckenpfanne zu halten, unter Spannung setzen. Wenn diese Muskeln nicht mit der
Knochenmenge gleich stark sind, wird das Gelenk beginnen, sich zu verformen.
Normalerweise wird das Gelenk im Alter von sechs Monaten empfindungsfähig und
das Humpeln wahrnehmbar. Diese Symptome brauchen nicht in Erscheinung zu treten,
bevor die Katze sechs oder sieben Jahre alt ist. Eine Widerwilligkeit,
Bewegungen auszuüben, ist normalerweise das erste Anzeichen. Eine einigermaßen
sichere Diagnose ist ab einem Alter von 24 Monaten möglich.
WELCHE
RASSEN SIND AM ANFÄLLIGSTEN DAFÜR?
Dieser Defekt ist
augenscheinlich bei großen schwerknochigen Tierrassen, kann aber bei jeder Rasse
vorkommen. Es ist offensichtlicher bei sehr schwerknochigen Rassen, weil das
geringere Verhältnis von Muskeln zu Knochen dem Kopfstück des
Oberschenkelknochens erlaubt, sich aus der Hüftpfanne zu drehen, schließlich
verursacht, die Pfanne zu verformen und kleinere Splitterbrüche auftreten.
Dieses zeigt sich dann in lähmendem Schmerz und Humpeln. Bei leichteren Rassen,
mit einem höheren Verhältnis von Muskeln zur Knochenmenge, bewegt sich das
Hüftgelenk nicht so viel herum und deshalb treten diese Verletzungen und
Deformationen nicht oder viel weniger heftig auf. Das bedeutet nicht, dass der
Defekt nicht vorhanden ist, nur weil biomechanisch das geringere Gewicht weniger
Beanspruchung des Gelenks verursacht. Deshalb wird allerdings die Beckenpfanne
nicht abgenutzt und verformt. Wir können bei Katzen vermuten, dass Siamesen
potentiell weniger wahrscheinlich die Symptome von Dysplasie zeigen würden als
Perser, Maine Coon oder andere sehr schwere Katzenrassen. Dysplasie kann
vorhanden sein, wird aber nicht nach außen gezeigt, wenn die Katze leicht genug
gebaut ist, so dass das Gelenk nicht beansprucht wurde.
GENETISCHE FAKTOREN:
Die genetischen und
Umgebungsbedingten Faktoren, die Dysplasie mit sich bringen, sind noch nicht
vollständig erörtert, besonders weil der Defekt in der tierärztlichen
Katzenliteratur so selten identifiziert wurde. Die Faktoren enthalten das
genetische Erbe der abflachenden Beckenpfanne oder eines deformierten
Oberschenkelhalsknochens, die Physik der Verteilung des Gewichts und der Stärke
der Muskeln, welche die Bewegung der Beine kontrollieren. Es ist kein einzelnes
Gen, welches für die Hüftgelenksdysplasie verantwortlich ist. Statt dessen gibt
es allmähliche eine Anhäufung von genetischen Faktoren. Wenn Katzen mit einigen
geringfügigen Abflachungen der Beckenpfanne zusammen verpaart worden sind,
beginnen sich mehr Faktoren anzuhäufen. Die nächste Generation wird einige
Jungtiere zeigen, die vollkommen frei sind, einige mit einigen geringfügigen
Abflachungen wie die Eltern und einige mit einer größeren Abflachung. Dieser
Verlauf ist so gefährlich, dass allmählich, bis das starke Hinken auftritt, der
Züchter keine Ahnung haben wird, dass er nach und nach das Skelett und die
Muskulatur mit jeder Generation verändert hat. Wenn der Defekt einen variablen
Ausdrucksgrad von milder bis schwerer Dysplasie hat, muss die Aufklärung des
Defekts ein notwendiger Prozess sein. Katzen von verdächtigen Linien mit milder
oder ohne Dysplasie, durch einen amtlich bestätigten Spezialisten bestimmt,
sollten die einzigen Katzen sein, die für die Zucht gebraucht werden.
WIE
KANN MEINE KATZE AUF HD UNTERSUCHT WERDEN?
Ein erfahrener örtlicher
Tierarzt schickt Röntgenaufnahmen von allen Subjekten, die für den Defekt
anfällig sind, an die Hüftgelenksdysplasie-Registrierungsstelle, um von einem
orthopädischen Spezialisten für Tiermedizin gelesen und beurteilt zu werden. Ein
Grad von Dysplasie wird festgesetzt und eine Bescheinigung an den Eigentümer
geschickt. Dieses System ist nicht leicht zu überlisten, weil jedes Tier eine
Nummer in einem Hauptregister erhält. Der Grad der Dysplasie wird in 7
verschiedenen Kategorien festgehalten - excellent, good, fair, borderline, mild,
moderate, severe. Eine Katze sollte nur dann zur Zucht eingesetzt werden, wenn
einer der ersten drei Grade festgestellt werden kann.
GIBT ES
EINE BEHANDLUNG?
Es gibt keine Behandlung für
diese Krankheit, welche die gesamte normale Funktion wiederherstellen würde. Die
Behandlung, die am häufigsten empfohlen wird, ist eine chirurgische
Hüfttransplantation. In dieser Operation wird der Kopf des Oberschenkelknochens
entfernt und eine Nichtrostende Stahlprothese an den Stumpf angeheftet oder
angeschraubt. Dieses Verfahren versagt oft nach einem Jahr oder mehr. Noch vor
kurzem hatten einige Tierärzte Erfolg mit dem einfachen Entfernen des
Kopfstückes des Oberschenkelknochens. Auf diese Weise wird die Schmerzquelle
ausgesondert. Das ist außerdem sehr viel preiswerter und erfordert weit weniger
postoperative Pflege als eine Hüfttransplantation. Trotzdem es schrecklich
klingt, hält die existierende Muskulatur den verbleibenden Stumpf des
Oberschenkelknochens an der richtigen Stelle, was relativ schmerzfreie Bewegung
erlaubt, obwohl nicht länger mit gerader Haltung. Manchmal kann das Entfernen
unbedeutender Muskeln, Pectineus Myotomy (operative Muskeldurchtrennung)
genannt, helfen. Einige Medikamente vermindern die Schmerzen, bei älteren
Tieren, 8-10 Jahre alt, hilft oft eine Einschränkung der Bewegung bei der
Verringerung der Schmerzen.
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HD-frei
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Leichte HD
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Mittlere HD
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